Ist Print tot? Sandy Meyer Wölden und die Maxim auf Papier und im Netz
Zeiten ändern sich, das haben wahrscheinlich auch die guten alten Mönche gedacht, als Gutenberg anfing ihnen den Mal- und Schreibjob wegzunehmen, nachdem er die Druckmaschine erfand.
Das war einer meiner Gedanken, die ich hatte, als ich vor einigen Tagen anfing über dieses Thema nachzudenken.
Anlass damit anzufangen, und ja, meine Gedanken sind manchmal etwas schwer nachzuvollziehen, war Sandy Meyer-Wölden.
Naja, wohl eher ihre Fotos in der aktuellen Maxim. Natürlich habe ich als Webbie erstmal das Maxim Online Portal bemüht. Was soll ich machen…das Netz ist näher als der nächste Zeitschriftendealer. Und mal so am Rande, die Fotos von Sandy Meyer-Wölden sind das Ansehen wert.
Die Diskussion wie unclever Boris Becker war, oder wie ökonomisch clever und berechnet die Verbindung aus Sandy Meyer-Wölden und Boris Becker war , sei an dieser Stelle mal dahingestellt und total unwichtig.
Anders ein Artikel auf dem W&V Webportal. Es ging um die schwindenden Umsätze im Anzeigengeschäft und die neuen Strategien der BamS Anzeigenkunden zu aquirieren. Dieser zeigte, wie sehr sich die Zeitungswelt gerade ändert und wie wichtig neue Denkstrukturen sein werden.
Dies und die Tatsache, dass das Netz in Zeiten von Weblogs und Twitter um Längen schneller ist, als alle Druckpublikationen es sein können, lassen mich über die Zukunft klassischer Printmedien nachdenken.
Zeitungen könnten Unsummen im Jahr sparen, wenn sie allen Abonnenten ein Ebook schenken und die tägliche Zeitung elektronisch ausgeliefert würden. Aber die Kunden wollen Papier in den Händen halten. Im Moment jedenfalls noch.
Was spricht also heute noch für Printmedien?
Ich denke seit Tagen drüber nach. Und um diesen Denkprozess zu unterstützen hab ich mir die aktuelle Maxim Ausgabe gekauft und führe jetzt den Selbsttest durch…seit gestern Abend.
Und bis jetzt sind es eher nostalgische Gründe, die mich Pro Argumente für Sandy Meyer-Wölden und Mickey Rourke in der Maxim finden lassen. Ob da noch andere Gründe zutage treten?
Ich lese immer noch und immer wieder gern Bücher. Und da stell ich mir die aufgeworfene Frage auch gar nicht. Eher frage ich mich, ob ich es gut finden würde, wenn es zu einem gedruckten Buch auch die Ebook-Version dazugeben würde…so für unterwegs.
Aber zurück zur Ausgangsfrage. Irgendwie mag ich mich von dem Gedanken gedruckter Zeitschriften nicht verabschieden. Zumal die Onlineportale vieler Zeitschriften noch sehr zu wünschen übrig lassen. Aber das ist nur ein Punkt. Ich denke, wir befinden uns in einer Umbruchs- und übergangsphase. Selbst ich merke ja, dass ich es mag irgendwo bequem zu sitzen und eine Zeitschrift aufzuschlagen. Einfach nur, weil es irgendwie schön ist. Ich mag auch gutes Printdesign, das sich ja nun doch noch vom Webdesign unterscheidet. Ein gutes Layout, das den Inhalt unterstützt erfreut das Auge und auch ein wenig das Herz. Und trotzdem…die Gewissheit immer und überall und schnell auf Informationen im Netz zugreifen zu können ist reizvoll.
Und siehe da, so richtig handfeste Gründe für die klassische Zeitschrift sind irgendwie nicht zu finden.
Aber wie gewichtet man handfeste ökonomische und emotionale Gründe?
Weil Kaufen ja auch immer zu großem Teil emotional ist, wird das wohl als schlagendes Argument gelten.
Sandy Meyer-Wölden gedruckt auf Papier wird also auch weiterhin Käufer finden. Auch wenn sich die Verlage überlegen müssen, ob dieses emotionale Element auf Dauer verkaufswirkend sein wird.
Wie das in der Zukunft aussehen wird, wird abzuwarten sein.





Wenn ich anhand der eigenen Gewohnheiten drüber nachdenke, sehe ich eine Zukunft für Wochenzeitungen, aber nicht für Tageszeitungen. Denn es tut gut, mit einer voluminösen Wochenzeitung ins ungestörte Lesen langer, ein Thema wirklich vertiefender Artikel abzutauchen – dafür gefällt mir das ergonomische Papier durchaus noch: ich kann es weiter geben, mal physisch was an die Wand heften, und ich habe ein körperlich vermitteltes Empfinden (!) vom UMFANG des Ganzen, das auf dem E-Reader komplett fehlt.
Paper vs. ePaper … eine oft geführte Diskussion, die nur selten in einem Konsens endet.
Ich selbst bin da sicherlich etwas vorbelastet. Seit meiner Kindheit bin ich mit einer Tageszeitung der gedruckten Form im Haushalt erzogen und momentan arbeite ich ja sogar im Bereich Marketing einer regionalen Tageszeitung.
Von daher gehört die Tageszeitung in gedruckter Form zu meinem Tagesablauf, wie die Tasse Kaffee am Morgen zum Frühstück. Zugegebenermaßen komme ich nicht immer zum ausführlichen Lesen, aber mir würde definitiv etwas fehlen, wenn ich sie nicht hätte.
Und die für mich wichtigen lokalen und regionalen Informationen bietet eben nur eine regionale Tageszeitung. Und solche Wochenblätter, die durch die Baumarktprospekte zusammengehalten werden, bezeichne ich jetzt nicht unbedingt als Zeitung.
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