Visitenkarten – Spielerei, altmodisch und noch sinnvoll?

Die Zeit bleibt nicht stehen, das haben wohl nun hoffentlich alle begriffen. Okay, Zweifel dürften auch da noch berechtigt sein.

Ich las durch Zufall einen interessanten Blogeintrag zum Thema Visitenkarten und ihre moderne Form, das Poken.

Als Ergebnis dieser Lektüre habe ich mir Gedanken über den Sinn und Unsinn von klassischen Visitenkarten gemacht.

Visitenkarten sind wohl das klassischste aller Druckprodukte, die man als Werbedienstleister anbieten kann. Die Visitenkarte ist wohl sogar DER Klassiker in der Gruppe der Geschäftspapiere. Dabei ist wie so oft die kreative Ausarbeitung des Produkts auch heute noch überaus beeindruckend und spannend.

Auch wenn dort oft übers Ziel hinausgeschossen wird.

Ist die Visitenkarte wirklich Kunstwerk? Oder ist sie praktisches Informationsgut? Und welchen Weg soll man gehen für seinen Kunden? Gibt es einen Universalweg, den man beschreiten soll? Ist das gängige 85x55mm Format das Nonplusultra? Ich versuche mich schon daran zu halten, weil ich immer davon ausgehe, dass eine Visitenkarte in der Brieftasche des Gegenüber landet und da ist so ein Standardformat einfach angesagt.

Sonderformen und Materialien sprechen zwar den Kreativen in mir an, der Pragmatiker allerdings zweifelt am Nutzen derartiger kleiner Kunstwerke.

Geht es doch eigentlich nur um die Weitergabe wichtiger Kontaktdaten. Und nicht um Miniaturbastelbögen mit lustigen Funktionen…

Was das Material angeht bin ich da durchaus toleranter. Ich mag durchaus auch mal ne gelaserte Aluminiumvisitenkarte. Der Kosten-Nutzen-Faktor sei aber auch hier erstmal dahingestellt.

Und so frage ich mich, welchen Sinn hat die Visitenkarte heute noch. In Zeiten von Internet und Email und vor allem Web 2.0 wird die Luft dünner für die geliebten Klassiker…seit einiger Zeit geistert der Begriff und mittlerweile auch die handfeste Ausführung der Poken durch die Welt und wenn man auch noch weiß, worum es sich bei diesen Poken handelt, ist man wohl spontan in der Web 2.0-Elite angekommen. Na dann…da bin ich. :) Poken sind kleine, optisch mehr oder weniger gelungene Geräte mit dem Aussehen von Figuren, deren Design wohl ganz offensichtlich asiatisch inspiriert ist. Mit Hilfe dieser kleinen Dinger kann man untereinander Kontaktdaten tauschen. Voraussetzung natürlich das Gegenüber ist genauso cool wie man selbst und hat auch ein Poken. Leergemacht wird der Speicher dann per USB am eigenen Rechner und Schwupps hat man neben den klassischen Kontaktdaten auch gleich die Verbindung zu den Social Networks des neuen Kontakts und ist auch dort mit demjenigen verbunden…hat für uns Web Geeks natürlich was…

Allein der Gedanke, dass sich zwei Manager ihre Panda/Alien Pokens aneinander halten ist für mich noch etwas befremdlich.

Und als Wanderer zwischen den Welten steht für mich irgendwie fest, dass die liebenswerte und klassische Visitenkarte ihren Platz auch weiterhin in unaufgeräumten Brieftaschen finden wird. Nichts geht doch über ein gutes altes Stück Design und Kreativität. Gedruckt auf Karton. Gewohntes gibt einem schon ein Stück Sicherheit und wenn es 46,75cm² Karton sind, auf denen man die Info findet, die man gerade sucht.

1 Kommentar zu „Visitenkarten – Spielerei, altmodisch und noch sinnvoll?“

  • Spät, aber immerhin: ich pflichte dir voll und ganz bei :)
    Solange die Pokens wie Tamagotchis aussehen, sind sie nicht ernst zu nehmen. In Businesskreisen wird sich das ohne ein seriöses Outfit nicht durchsetzen. Und selbst wenn diese Zeit kommt, eine visuelle Botschaft können sie nicht transportieren (sind ja auch nicht dafür gedacht), daher wird es noch laaaaange, laaaaange Bereiche geben, in denen sich die (mehr oder weniger) klassische Visitenkarte halten wird. Wäre auch schade, wenn dieses Spielfeld für Kreativität verschwinden würde und es nur noch um nüchternen Datenaustausch ginge.

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Man soll ja versuchen an dem, was man zu seinem täglich Zeitvertreib erklärt hat, auch Spaß zu haben. Deshalb helfe ich seit nunmehr über 5 Jahren meinen Kunden bei der Präsentation Ihrer Firmen, fotografiere alles und jeden, der das möchte und stehe meinen Kunden mit diversen Werbedienstleistungen zur Verfügung.
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