Mach’s Dir selbst – wenn Du denn Zeit dafür hast.

von | Juli 24, 2026 | Podcast | 0 Kommentare


🎙️ Podcast-Folge 5: „Du kannst alles alleine machen – oder doch nicht?“


🔹 Intro: Der Mythos der Selbstständigkeit

„Du kannst alles alleine machen.“ Das versprechen uns Werbeclips auf YouTube: Webseiten bauen, betreiben, vermarkten – alles kein Problem! Aber ist das wirklich so?

Herzlich willkommen zu Folge 5 vom Speed Dating Podcast – dem kurzen Podcast für unterhaltsame Gedanken zu Wirtschaft, Marketing und Business. Mein Name ist Jens Scheider, und ich bin seit 22 Jahren selbstständig im Bereich Werbedienstleistungen (Webseiten, Print, Fotografie, Online-Marketing). Heute nehme ich ein bisschen später auf als letzte Woche – das Effektlicht hinter mir ist schon an. Aber los geht’s!


🔹 Kann man wirklich alles alleine machen?

Ja, natürlich kann man das. Jeder kann sich heute eine Webseite zusammenbauen, die irgendwie funktioniert. Aber: Nur weil man kann, heißt das nicht, dass man sollte.

Beispiel: Ich könnte auch Brot backen, Schweine schlachten oder Gemüse anbauen. (Letzteres mache ich tatsächlich im elterlichen Garten – Tomaten, Gurken, Saison und so.) Aber ich habe keine Zeit, Sauerteigbrot zu backen. Und ich habe keine Lust, mich mit Dingen zu beschäftigen, die andere besser können.

Die Realität: Wir leben in einer spezialisierten Welt, die auf Produktivität getrimmt ist. Nicht jeder kann alles – und das ist auch gut so. Ich kann Webseiten bauen (manche, kleine, einige) und arbeite mich gerade in Google Ads ein (ein Traum für einen Nerd wie mich – diese Einstellungsmöglichkeiten!).

Aber: Selbst wenn ich alles lernen könntesollte ich es auch tun? Nein. Denn Zeit und Energie sind begrenzt. Und wenn ich mich um Webdesign, Marketing, Buchhaltung und Kundengespräche gleichzeitig kümmern muss, leidet am Ende die Qualität – oder ich.


🔹 Der Fluch der DIY-Mentalität

„Du brauchst keine Agentur, du kannst das alles selbst!“
Das ist die Botschaft, die gerade überall zu hören ist. Und ja, technisch ist es möglich. Aber:

  • Wenn du ein Handwerker bist, solltest du dann wirklich deine eigene Webseite bauen – oder lieber deine Kunden bedienen?
  • Wenn du ein Anwalt bist, solltest du dann dein eigenes Logo designen – oder lieber Rechtsberatung anbieten?
  • Wenn du ein Gastronom bist, solltest du dann deine Social-Media-Kampagnen managen – oder lieber gutes Essen servieren?

Mein Fazit: Spezialisierung ist kein Luxus – sie ist Notwendigkeit. Große Unternehmen haben Inhouse-Marketing-Abteilungen. Kleine Unternehmen und Solopreneure sollten sich externe Hilfe holen, um Zeit für ihr Kerngeschäft zu haben.


🔹 Tipps für bessere Videos & Reels (weil’s mich nervt)

Da ich diese Woche ein Video gesehen habe, das mich optisch schmerzte, hier ein paar unaufgeforderte Tipps für alle, die vor der Kamera stehen:

🔸 1. Klamotten: Kein hautfarbenes T-Shirt!
Ein ausgeleiertes Shirt in Hautfarbe zieht schräg aus auf dem Video. Kontrast ist wichtig – auch wenn es nicht so übertrieben sein muss wie bei mir (heute trage ich mein „heißes Kurzabendhemd“ – danke fürs Kompliment!).

🔸 2. Bartpflege: Rasieren oder wachsen lassen – aber nicht dazwischen!
Ein zipliger, halbfertiger Bart sieht aus, als wärst du gerade aus der Abwasserleitung gekrochen. Wenn’s nicht wächst, rasier’s weg! (Gilt auch für Haare: Kamm und Bürste sind keine Feinde!)

🔸 3. Glänzende Gesichter: Entglänzen!
Bei Hitze oder Stress glänzt die Haut – und das sieht auf Video aus, als hättest du dich mit Speiseöl eingerieben. Mattierungspuder oder Entglänzer helfen.

🔸 4. Rote Nasenspitze? Weg damit!
Wenn deine Nase knallrot ist (Weinverkostung? Sonnenbrand?), retuschier das in der Postproduktion oder schminke sie ab.

🔸 5. Üben, üben, üben!
Der erste Take ist selten perfekt. Sprich deinen Text 10–20 Mal vor, bis er sitzt. Natürlich wirken soll es – aber vorbereitet muss es sein.


🔹 Werbeagentur vs. DIY: Warum Kommunikation alles ist

Merksatz: Der Werbe-Heini (also ich) kann nichts tun, wenn er keinen Input bekommt.

  • Gute Kunden sagen: „Hey, ich habe eine Idee – schau mal hier!“
  • Schlechte Kunden sagen: „Mach mal was.“ (Und wundern sich dann, warum das Ergebnis nicht passt.)

Beispiel aus dieser Woche:
Ein Kunde hat mich auf einen Fehler auf seiner Webseite aufmerksam gemacht. Beim Fixen ist mir eine Optimierungsidee gekommen – die der Kunde noch nicht kennt, weil er meine Gedankengänge nicht lesen kann. Kommunikation ist der Schlüssel!

Und ja: Ich bin stolz, dass ich Google Ads langsam durchschaue. Aber ich bin kein PC-Dienstleister (offizielle Erklärung: Ich repariere keine Computer und richte keine Drucker ein – außer für Leute, die es wertschätzen).


🔹 Rant: Wenn Marken zu viel des Guten tun

Engelbert Strauss – früher Berufsbekleidung, heute Lifestyle-Marke. Und jetzt gibt’s sogar Unterhosen mit riesigem Logo. Boxershorts von Engelbert Strauss? Ich als Werbefuzzi sollte das gut finden – aber das ist mir zu viel.

Warum? Weil ich nicht 24/7 in einer Marke herumlaufen will. Und weil penetrante Hartnäckigkeit (z. B. monatliche Kataloge) mich nervt.

Fazit: Weniger ist mehr. Auch im Branding.


🔹 Gesellschaftlicher Exkurs: Erinnerungskultur & Moral

Aktuelle Diskussion: Soll ich prüfen, ob meine Großeltern in der NSDAP waren? Nein.

Warum?

  • Mein moralischer Kompass ist heute relevant – nicht der meiner Vorfahren.
  • Erinnerungskultur ist wichtig – aber Schuldzuweisungen an Einzelne, die meistens eh schon tot sind? (70+ Jahre später)
  • Meine Urgroßeltern hatten mit dem „Geschwurbel“ nichts am Hut – und darauf bin ich stolz.

Aber: Gesellschaftlich haben wir die Pflicht, die Erinnerung an dunkle Kapitel wachzuhalten. Point.


🔹 Outro: Was kommt als nächstes?

Mein Lieblingsprojekt 2026 nimmt Form an – ich bin bei über 50% Fertigstellung und will es bis zu meinem Geburtstag fertig haben. Mehr verrate ich noch nicht.

Und sonst so?

  • Ich habe Lust zu fotografieren – wer mitmachen will, meldet sich!
  • Promo-Reels für den Podcast sind in Planung (Übung für mich!).
  • Feedback willkommen: Bewertungen auf Spotify, YouTube oder Apple Podcasts freuen mich immer.

Letzter Hinweis: Dieser Podcast ist in den ersten 84–261 Folgen eine Übungssache. Seid nachsichtig, wenn’s holprig, hektisch oder nicht hyperprofessionell ist. Ich lerne noch.

Verfügbar auf: Spotify, YouTube, meiner Webseite, Amazon Music, Apple Podcasts – überall, wo es Podcasts gibt.

In dem Sinne: Vielen Dank fürs Zuhören – und bis zur nächsten Woche!

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Jens Scheider, Fotografie, Drucksachen, Grafikdesign, Werbemittel, Beratung, Social Media

Jens Scheider

Freelancer / Inhaber

Ich entwickle Auftritte mit Anspruch, Klarheit und Substanz.
Seit 2004 begleite ich Unternehmen mit Webseiten, Drucksachen und Fotografie und setze dabei auf starke Beratung als Fundament einer langfristigen Zusammenarbeit.

Mein Fokus liegt darauf, nicht einfach nur zu liefern, sondern Lösungen zu schaffen, die zum Unternehmen, zum Projekt, zur Zielgruppe und zum gewünschten Erscheinungsbild passen. Dabei sind Verlässlichkeit, ein klarer Blick für Wirkung und der direkte Austausch mit meinen Kunden für mich selbstverständlich.

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