🎙️ Podcast-Folge 5: „Du kannst alles alleine machen – oder doch nicht?“
🔹 Intro: Der Mythos der Selbstständigkeit
„Du kannst alles alleine machen.“ Das versprechen uns Werbeclips auf YouTube: Webseiten bauen, betreiben, vermarkten – alles kein Problem! Aber ist das wirklich so?
Herzlich willkommen zu Folge 5 vom Speed Dating Podcast – dem kurzen Podcast für unterhaltsame Gedanken zu Wirtschaft, Marketing und Business. Mein Name ist Jens Scheider, und ich bin seit 22 Jahren selbstständig im Bereich Werbedienstleistungen (Webseiten, Print, Fotografie, Online-Marketing). Heute nehme ich ein bisschen später auf als letzte Woche – das Effektlicht hinter mir ist schon an. Aber los geht’s!
🔹 Kann man wirklich alles alleine machen?
Ja, natürlich kann man das. Jeder kann sich heute eine Webseite zusammenbauen, die irgendwie funktioniert. Aber: Nur weil man kann, heißt das nicht, dass man sollte.
Beispiel: Ich könnte auch Brot backen, Schweine schlachten oder Gemüse anbauen. (Letzteres mache ich tatsächlich im elterlichen Garten – Tomaten, Gurken, Saison und so.) Aber ich habe keine Zeit, Sauerteigbrot zu backen. Und ich habe keine Lust, mich mit Dingen zu beschäftigen, die andere besser können.
Die Realität: Wir leben in einer spezialisierten Welt, die auf Produktivität getrimmt ist. Nicht jeder kann alles – und das ist auch gut so. Ich kann Webseiten bauen (manche, kleine, einige) und arbeite mich gerade in Google Ads ein (ein Traum für einen Nerd wie mich – diese Einstellungsmöglichkeiten!).
Aber: Selbst wenn ich alles lernen könnte – sollte ich es auch tun? Nein. Denn Zeit und Energie sind begrenzt. Und wenn ich mich um Webdesign, Marketing, Buchhaltung und Kundengespräche gleichzeitig kümmern muss, leidet am Ende die Qualität – oder ich.
🔹 Der Fluch der DIY-Mentalität
„Du brauchst keine Agentur, du kannst das alles selbst!“
Das ist die Botschaft, die gerade überall zu hören ist. Und ja, technisch ist es möglich. Aber:
- Wenn du ein Handwerker bist, solltest du dann wirklich deine eigene Webseite bauen – oder lieber deine Kunden bedienen?
- Wenn du ein Anwalt bist, solltest du dann dein eigenes Logo designen – oder lieber Rechtsberatung anbieten?
- Wenn du ein Gastronom bist, solltest du dann deine Social-Media-Kampagnen managen – oder lieber gutes Essen servieren?
Mein Fazit: Spezialisierung ist kein Luxus – sie ist Notwendigkeit. Große Unternehmen haben Inhouse-Marketing-Abteilungen. Kleine Unternehmen und Solopreneure sollten sich externe Hilfe holen, um Zeit für ihr Kerngeschäft zu haben.
🔹 Tipps für bessere Videos & Reels (weil’s mich nervt)
Da ich diese Woche ein Video gesehen habe, das mich optisch schmerzte, hier ein paar unaufgeforderte Tipps für alle, die vor der Kamera stehen:
🔸 1. Klamotten: Kein hautfarbenes T-Shirt!
Ein ausgeleiertes Shirt in Hautfarbe zieht schräg aus auf dem Video. Kontrast ist wichtig – auch wenn es nicht so übertrieben sein muss wie bei mir (heute trage ich mein „heißes Kurzabendhemd“ – danke fürs Kompliment!).
🔸 2. Bartpflege: Rasieren oder wachsen lassen – aber nicht dazwischen!
Ein zipliger, halbfertiger Bart sieht aus, als wärst du gerade aus der Abwasserleitung gekrochen. Wenn’s nicht wächst, rasier’s weg! (Gilt auch für Haare: Kamm und Bürste sind keine Feinde!)
🔸 3. Glänzende Gesichter: Entglänzen!
Bei Hitze oder Stress glänzt die Haut – und das sieht auf Video aus, als hättest du dich mit Speiseöl eingerieben. Mattierungspuder oder Entglänzer helfen.
🔸 4. Rote Nasenspitze? Weg damit!
Wenn deine Nase knallrot ist (Weinverkostung? Sonnenbrand?), retuschier das in der Postproduktion oder schminke sie ab.
🔸 5. Üben, üben, üben!
Der erste Take ist selten perfekt. Sprich deinen Text 10–20 Mal vor, bis er sitzt. Natürlich wirken soll es – aber vorbereitet muss es sein.
🔹 Werbeagentur vs. DIY: Warum Kommunikation alles ist
Merksatz: Der Werbe-Heini (also ich) kann nichts tun, wenn er keinen Input bekommt.
- Gute Kunden sagen: „Hey, ich habe eine Idee – schau mal hier!“
- Schlechte Kunden sagen: „Mach mal was.“ (Und wundern sich dann, warum das Ergebnis nicht passt.)
Beispiel aus dieser Woche:
Ein Kunde hat mich auf einen Fehler auf seiner Webseite aufmerksam gemacht. Beim Fixen ist mir eine Optimierungsidee gekommen – die der Kunde noch nicht kennt, weil er meine Gedankengänge nicht lesen kann. Kommunikation ist der Schlüssel!Und ja: Ich bin stolz, dass ich Google Ads langsam durchschaue. Aber ich bin kein PC-Dienstleister (offizielle Erklärung: Ich repariere keine Computer und richte keine Drucker ein – außer für Leute, die es wertschätzen).
🔹 Rant: Wenn Marken zu viel des Guten tun
Engelbert Strauss – früher Berufsbekleidung, heute Lifestyle-Marke. Und jetzt gibt’s sogar Unterhosen mit riesigem Logo. Boxershorts von Engelbert Strauss? Ich als Werbefuzzi sollte das gut finden – aber das ist mir zu viel.
Warum? Weil ich nicht 24/7 in einer Marke herumlaufen will. Und weil penetrante Hartnäckigkeit (z. B. monatliche Kataloge) mich nervt.
Fazit: Weniger ist mehr. Auch im Branding.
🔹 Gesellschaftlicher Exkurs: Erinnerungskultur & Moral
Aktuelle Diskussion: Soll ich prüfen, ob meine Großeltern in der NSDAP waren? Nein.
Warum?
- Mein moralischer Kompass ist heute relevant – nicht der meiner Vorfahren.
- Erinnerungskultur ist wichtig – aber Schuldzuweisungen an Einzelne, die meistens eh schon tot sind? (70+ Jahre später)
- Meine Urgroßeltern hatten mit dem „Geschwurbel“ nichts am Hut – und darauf bin ich stolz.
Aber: Gesellschaftlich haben wir die Pflicht, die Erinnerung an dunkle Kapitel wachzuhalten. Point.
🔹 Outro: Was kommt als nächstes?
Mein Lieblingsprojekt 2026 nimmt Form an – ich bin bei über 50% Fertigstellung und will es bis zu meinem Geburtstag fertig haben. Mehr verrate ich noch nicht.
Und sonst so?
- Ich habe Lust zu fotografieren – wer mitmachen will, meldet sich!
- Promo-Reels für den Podcast sind in Planung (Übung für mich!).
- Feedback willkommen: Bewertungen auf Spotify, YouTube oder Apple Podcasts freuen mich immer.
Letzter Hinweis: Dieser Podcast ist in den ersten 84–261 Folgen eine Übungssache. Seid nachsichtig, wenn’s holprig, hektisch oder nicht hyperprofessionell ist. Ich lerne noch.
Verfügbar auf: Spotify, YouTube, meiner Webseite, Amazon Music, Apple Podcasts – überall, wo es Podcasts gibt.
In dem Sinne: Vielen Dank fürs Zuhören – und bis zur nächsten Woche!


