Zweimal am Tag Newsletter, bevor die erste Bestellung überhaupt das Haus verlässt? Kuratierte Galerie statt Online-Shop? Und der schlimmste Satz, der je eine LinkedIn-Bio geschändet hat? Folge 10 des kleinen Business-Podcasts ist eine rundherum ehrliche – diesmal sogar mit neuem Video-Setup und ein paar guten Fotos. Willkommen zur zehnten Runde Speeddating.
Meine sehr verehrten Damen und Herren – willkommen zu Folge 10 des Speeddating, eures kleinen Business-Podcasts rund um Marketing, Werbung, Fotografie und KI. Die Woche war hart, die Notizen sind lang, und ich stehe diesmal wieder in meinem klassischen Video-Setup vor dem guten alten Bohnzimmerschrank. Neuer Barhocker, neue Perspektive – das Auge isst schließlich auch bei YouTube mit. Wer die Folge also diesmal schaut statt nur hört, bekommt ein paar Bilder mehr geboten. Und ja, auch ein paar Fotos von mir, die ich eigentlich längst hätte einrahmen sollen.
Newsletter-Overkill: Wenn 5 % Neukundenrabatt zur Belagerung wird
Es begann harmlos: ein kleines Angebot aus dem Regionalfernsehen, Kuchen im Glas, Gemüsekuchen, die ganze Schose. Neukunde, 5 % Rabatt, also schnell zum Newsletter angemeldet. Das Ergebnis? Zweimal täglich Post, bevor die erste Bestellung überhaupt das Haus verlassen hat. „Hast du schon bestellt?“ – ja. „Willst du nicht noch was bestellen?“ – hatte ich doch gerade. Die Folge: knickknack, Newsletter abbestellt, Nervfaktor zu hoch.
Das ist kein Einzelfall. Gerade im B2C-Bereich scheinen manche Agenturen ihren Kunden einzureden, dass mehr automatisch mehr ist. Fünf Mails am Tag, weil der Kunde ja „richtig schön auf die Füße“ getreten werden muss. Leute, das nervt. Wer sich gerade für den Newsletter angemeldet hat, will im ersten Moment seinen kleinen Bonus abgreifen und in Ruhe gelassen werden – bis die erste Bestellung überhaupt ankommt. Newsletter ja, aber mit Fokus und Taktgefühl. Auf scheider.cc gibt es auch einen Newsletter, und der geht raus, wenn wirklich was Neues ist. Genau so.
Die kuratierte Galerie: Schluss mit dem Online-Shop
Genau das passiert demnächst auf scheider.cc: Der bisherige Online-Shop fliegt runter und wird durch eine kuratierte Galerie ersetzt. Keine Massenware aus irgendeinem Poster-Shop, sondern handgemachte Fotografien – sorry, mit der Kamera gemacht, und die macht bekanntlich schöne Bilder. Die Idee ist einfach: Der Kunde sucht sich ein Motiv aus, wünscht sich sein Format – sei es 60 × 160 oder was auch immer in die Ecke passt – und ich produziere genau das. Mit Zertifikat, Signatur und in der Größe, die der Kunde wirklich braucht. Freiheit statt fester Formate, zu halbwegs erschwinglichen Preisen.
Der schlimmste Satz im Marketing
„Ich helfe XYZ dabei, mit XYZ ihr Business auf das nächste Level zu heben.“ Dieser Satz ist längst völlig ausgelutschter LinkedIn-Slop. Jeder schreibt das Gleiche, jeder klingt wie jeder. Meine Empfehlung: Schmeißt den KI-Agenten beiseite, schmeißt eure Insta-Follow-Coaches weg und denkt mal wieder selber nach. Schreibt einen sympathischen Satz, der euch selbst einfällt. Seid authentisch, seid normal – das ist schön und wirkt.
Fotografen-Jammerreels und die Wahrheit über Ablehnung
Was mich im Fotografen-Business aufregt: die Jammerlappen, die sich eine Kamera kaufen, sich irgendwo hinstellen und sich dann darüber aufregen, dass jemand sagt: „Deine Kamera macht aber schöne Bilder.“ Zieht den Rüschenrock aus. Im Business erlebt ihr immer mehr Ablehnung als Zustimmung – das ist der Lauf der Dinge in einer Gesellschaft, in der alles im Überfluss da ist. Wer heute Fotograf ist, ist austauschbar. Also hebt euch ab – nicht durch Jammerreels, sondern durch Leistung.
Einfach mal machen: Authentizität schlägt Inszenierung
Der Tipp, den ich mir selbst am schwersten halte: Authentizität und einfach mal machen. Etwas überraschend sein, etwas normal sein. Gerade auf Instagram fällt diese künstliche Schauspielerei auf – wenn ein Hotel sein Personal, das Profis in Küche, Service und Gastronomie ist, zu Comedians degradiert, nur um den Unterhaltungsfaktor zu bedienen. Das lockt mich nicht. Was bei mir besser funktioniert: ehrliche Einblicke, die Crew, die das Schnitzel wendet. Nicht albern, aber echt.
Was ich sonst noch so mache
Drucksachen, Webseiten, Fotografie – und ich betreue eure Google-Werbeanzeigen. Ich setze sie auf, optimiere sie und kümmere mich, damit ihr es nicht müsst. Diese Woche geht es bei einem Kunden in den Bereich Veranstaltungswerbung: Herbst- und Winterveranstaltungen, Event-Location für Hochzeiten und im Anschluss die Veranstaltungen im neuen Jahr. Dazu eine schöne Absprache mit einer guten Bekannten und Kundin im Bereich betriebswirtschaftliche Beratung. Da freue ich mich drauf.
Outro / Links
Speeddating ist der kleine Business-Podcast von Jens Scheider – Kreativ- und Werbedienstleister seit 2004. Hörbar bei Apple Podcasts und Spotify, sichtbar bei YouTube. Folgt mir auf Instagram: @foto_grafik_werbung und @scheider.cc. Mehr zu Webseiten, Drucksachen, Fotografie und Werbeanzeigen auf f-g-w.de. Und hinterlasst gerne eine Bewertung – die fünf Spotify-Hörer und die zwei bei Apple Podcasts freuen sich über Gesellschaft.
Danke fürs Zuhören, bis nächste Woche.


