Es ist Donnerstagabend, kurz nach 21 Uhr. Ich sitze hier mit meiner Matelimo – Kaffee geht bei den Temperaturen nicht – und eigentlich sollte diese erste Folge meines Speeddating Podcasts mit einem knallharten Hook anfangen: KI wird euch alle ersetzen.
Das Einzige, was KI nicht ersetzen wird, sind schlechte PowerPoint-Präsentationen. Und die wird es wahrscheinlich auch im Jahr 3300 noch geben.
Ich bin Jens Scheider, seit 2004 Dienstleister für Werbung. Von gedruckten Sachen über Webseiten bis hin zu Fotografie. Meine Kunden sind Handwerksbetriebe, Restaurants, Hotels und andere. Und ja, ich bin Norddeutsch, pragmatisch und meinungsstark. Dinge, die mich aufregen, müssen raus. Ohne jemanden an den Pranger zu stellen.
Warum dieser Podcast?
Der Name: Speeddating Podcast. Warum? Weil jede Folge maximal 20–25 Minuten dauert. Und weil ich damit auch Leute erreichen will, die mich noch nicht kennen. Es geht um Beratung – ein Teil meines Geschäftsmodells (Beratung, Umsetzung, Betreuung).
Das hier ist frei gesprochene Meinung. Mit allen Macken, Versprechern und Abschweifungen.
Heute zum Beispiel: eine Feuerwehrsirene im Hintergrund. Ich podcaste mit offenem Fenster, sonst fließe ich hier einfach weg. Und ja, ich trage ein leichtes Viskosehemd, damit ich nicht ganz so doll transpiriere.
Der Fiebertraum
Diese Woche war ich auf einer Veranstaltung zum Thema KI für kleine und mittelständische Unternehmen. Mein Erwartungslevel: -10. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Was ich gelernt habe: KI wird uns alle ersetzen. Zumindest teilweise.
Wer wird ersetzt?
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Ja: Repetitive Tätigkeiten – Analyse, Auswertung, Datensammelei. Alles, was nach Schema F läuft.
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Nein: Handwerker. Installateure, Klempner, Dachdecker. Die menschliche Hand ist technisch immer noch schwer nachzubilden. Die dürfen ihre Stundenlöhne erstmal weiter erhöhen.
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Auf keinen Fall: Bürokratie. KI schafft keine Bürokratie ab. Das ist eine der großen Lügen der Branche.
Das eigentliche Problem: Die Schnittstelle zwischen Technik und Mensch
Deutsche Handwerker lieben technische Innovation. Eine neue Handkreissäge? Immer geil. Aber digitale Verwaltung? Bürokratie? Das nervt nur.
Und genau da scheitern die meisten KI-Lösungen fürs Handwerk. Die Realität: Handwerker wollen keine Tablets mit Direktverbindung zu irgendwelchen Schnittstellen. Sie wollen ihre Arbeit machen. Punkt.
Ich habe genug Kontakt zu Handwerkern in Führungspositionen. Die sind nicht begeistert von Bürokratie – sie sind genervt. Und auf die Frage, wie man das Problem löst, gab es heute nur vage Antworten. WhatsApp durch ein Tablet ersetzen? Das ist kein Lösungsansatz. Das ist ein Placebo.
Noch ne Erkenntnis: Expertise ist überbewertet
Man braucht keine tiefe Expertise, um in der Öffentlichkeit aufzutreten. Man muss sich nur gut verkaufen können. Kunden am Problem packen und eine Lösung anbieten – egal wie die aussieht. Selbst wenn es eine 27-teilige PowerPoint-Präsentation ist, in der ein KI-generierter Handwerksmeister erklärt, warum er jetzt unbedingt KI braucht.
Webseiten und KI: Was wirklich zählt
Ein Thema, das heute nicht zur Sprache kam, aber wichtig ist: Webseiten müssen für KI-Chatbots optimiert werden. Die Texte, die Technik im Hintergrund – alles muss so angepasst sein, dass man in den Antworten von ChatGPT, Perplexity oder Mistral (ja, das ist das europäische Modell) auftaucht.
Und nein, ich werde keine Namen nennen. Jeder darf sein Geschäft so machen, wie er möchte. Aber ich hinterfrage das – und bin skeptisch.
Nächste Folgen
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Basics zuerst: Webseite muss stehen. Daten müssen stimmen. Auslesbar für Google und KI-Chatbots sein.
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Digitalisierung im Handwerk – aber realistisch.
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Gastauftritte: Themen bitte mitbringen. Ohne Thema geht nichts.
Der Podcast erscheint auf Spotify und YouTube. Ich transkribiere die Folgen mit KI und stelle sie als Blogpost online – für alle, die lieber lesen als hören.
Feedback? Immer her damit. Grüße gehen raus nach Sizilien, Sachsen und an alle, die bis hier durchgehalten haben.
Und denkt dran: Wir werden alle von KI ersetzt.
Außer schlechte PowerPoint-Präsentationen. Die gibt’s auch im Jahr 3300 noch.


