Ja, Leute, wenn Dante seine Höllenkreise heute neu beschreiben müsste, dann gehörten Facebook-Gruppen und andere Internetforen garantiert dazu. Aber genug der Vorrede – willkommen zur achten Folge des Speeddating Podcasts, eurem kleinen Business-Podcast aus meinem Business. Mein Name ist Jens Scheider, ich baue seit 22 Jahren kleine Webseiten, fotografiere und mache Grafik- und Drucksachen – für euch und für andere. Und wenn ihr Interesse habt: Meldet euch.
Heute wird es wild: Ich gucke öfter auf mein Smartphone, weil ich mir viel notiert habe, was ich abarbeiten will. Und ich habe eine halbe Stunde gebraucht, um mein Setup wieder herzurichten – dank eines kleinen Konzerts für klassische Musik letzte Woche Freitag. Mein Videomikrofon hat aufgrund von Strommangel den Geist aufgegeben, was mich in hektische Investitionen in aufladbare 9-Volt-Blöcke getrieben hat. Lustigerweise mit USB-C-Anschluss. Ich stehe total auf diese Akkus, die man direkt laden kann. Werde ich demnächst wahrscheinlich auch noch ein paar Reels dazu machen.
YouTube-Werbung der Woche: Der Schlüpper mit 1008 japanischen Magneten
Meine YouTube-Werbung der Woche? Ein Schlüpper mit 1008 japanischen Magneten. Keine Ahnung, was der soll – irgendwie ein Magnetfeld aufbauen und gepflegt in die… naja, Private Area wirken. Ich vertraue dieser Magnetfeld-Geschichte noch nie so richtig. Egal ob als Armband, Kopfband oder Decke – für mich war das immer Schwachsinn. Und dieser Schlüpper ist für mich nur ein weiterer YouTube-Werbescam. Vielleicht wird das jetzt zur Serie. Der Algorithmus wird mein Video checken und mir noch mehr lustige Werbung einspielen.
Weniger lustig finde ich Werbung, in der eine KI-generierte Dame (mal blond, mal schwarzhaarig) uns erklärt, dass sie unsere Häuser kaufen möchte. Das wirkt auf mich windig und alles andere als vertrauenserweckend. Aber das ist nur meine Meinung – keine Beratung, keine Empfehlung.
YouTube-Werbeclips und die Frage: Wie lange sind sie eigentlich?
Ich bewege mich gerade in Richtung YouTube-Werbung und habe ein paar Rohmaterialien zusammengeschustert. Beim Aufnehmen war ich erst begeistert, beim zweiten Ansehen dann doch nicht so. Wie lange sind solche Clips eigentlich? 15 Sekunden? 20 Sekunden? Es geht nur darum: Wer bin ich, was mache ich, wie kann man mich buchen? – natürlich für Kunden, nicht für mich selbst. Muss ich nochmal drüber nachdenken.
Facebook-Gruppen: Die Hölle des Internets?
Ich war noch nie ein Freund von Foren oder Gruppen. Und Facebook-Gruppen? Die absolute Hölle. Ich verstehe nicht, wie man sich da so echauffieren und so viel Zeit verschwenden kann. Letzte Woche wurde mir Werbung für eine Action-Cam angezeigt, die man an Drohnen montieren kann. Neugierig geworden, bin ich einer YouTube- und einer Facebook-Gruppe beigetreten. Nach drei Tagen war ich raus. Warum? Weil ständig neue Mitglieder gepostet haben: „Hilfe, was kostet das Ding?“, „Ah, was kostet das Ding?“, „Wie viel kostet das Ding?“. Ich musste fliehen – raus aus diesem Albtraum, raus aus der Social-Media-Hölle.
Technische Probleme und Bastelfreaks
Natürlich habe ich nicht daran gedacht, die Kamera-Akkus vor dem Podcast vollzuladen. Also wechsle ich jetzt zwischendurch immer mal die Akkus, die nebenbei ein bisschen Strom ziehen. Das nächste, in was ich investieren werde? Eine Phantomstromversorgung, die über ein Netzteil läuft. Alles andere macht für mich keinen Sinn.
Übrigens: Die Lokalzeitung würde mich wahrscheinlich als Freak bezeichnen. Bei denen sind alle, die sich für etwas Spezielles interessieren, gleich Freaks – Autofreaks, Motorradfreaks, Internetfreaks. Die Lokalpresse wird wohl nie im 21. Jahrhundert ankommen. Für die ist wahrscheinlich schon der Benutzer eines digitalen Aufzeichnungsgeräts ein Freak.
Ich werde alt – und das ist okay
Letzten Freitag war ich auf einem kleinen privaten Konzert eines Klavierquartetts. Sehr schön, sehr erhellend. Aber das wirklich Interessante? Ich traf eine Bekannte – jung, klug, weitblickend. Mit ihr habe ich mich lange unterhalten, und es war angenehm, weil da wirklich erhellende Argumente und Gedankengänge rüberkamen. Aber: Jedes Mal, wenn sie ganz selbstverständlich Jugendsprache einfließen ließ, bin ich innerlich zusammengezuckt. „Sick“ – da war es wieder. Ich konnte es nicht mal wiederholen, geschweige denn nachahmen.
Sie ist 21, studiert Architektur und hat eine eigene Sprache. Für mich war das ein Weckruf: Jetzt bist du offiziell alt. Aber das ist nicht schlimm. Ich fühle mich nicht alt. Die Haut ist noch glatt (auch wenn der Bart drüberwächst), ich komme morgens ohne Hilfe aus dem Bett und schaffe es, über eine Stunde im gemäßigten Tempo zu laufen. Aber die Sprache der Jungen? Die verstehe ich nicht mehr. Und das ist okay.
Sizilien, der Etna und Flugverkehr
Falls mich jemand sucht: Ich ziehe mich auf meinen alten Teil nach Sizilien zurück. Dort ist es warm – wenn auch gerade etwas unbequem, weil der Etna mächtig spuckt. Es gibt ein offenes Angebot, mich den Etna raufzuschleppen. Aber das machen wir erst, wenn er sich wieder beruhigt hat. Der Flughafen Catania ist gerade täglich im Fernsehen – bei mir löst das nur sehnsüchtige Gefühle aus. Für mich ist das ein besserer Busbahnhof mit Sicherheitskontrolle. Fliegen ist heute ohnehin das am wenigsten bequeme Verkehrsmittel. Aber was soll’s.
Lustiger Content und meine sinkende Toleranz
Mein Verfallsdatum für lustigen Content ist mittlerweile weit unten. Der Instagram-Algorithmus zeigt mir immer wieder Comedians, die ich nach zwei Reels nicht mehr ertrage. Die gleichen Witze, die gleichen Stile – es ist anstrengend. Selbst der Sträter muss ich mittlerweile dosieren. Aber seine alten Nummern, besonders die aus dem Fäkalbereich, die sind unschlagbar. „Wenn die Party langweilig wird, gibt es Witze aus dem Fäkalbereich – das rettet alles.“
Schippenverkäufer: Wer verdient eigentlich die Kohle?
Es gibt diese Analogie aus dem Goldrausch: Nicht die Goldgräber haben die Kohle gemacht, sondern die, die die Schaufeln und Siebe verkauft haben. Heute ist das nicht anders. Ich sehe gerade wieder Werbung: „Verdiene Geld mit deiner Kunst.“ Aber mal ehrlich: Nur weil du deine Kunst bei einem Print-on-Demand-Anbieter produzieren lässt, heißt das noch lange nicht, dass du sie auch verkaufst. Die drucken nur dein Zeug auf Leinwand, Alu-Dibond oder Acrylglas. Aber die Vermarktung? Die musst du selbst machen.
Und dann die Frage: Wie viel bleibt dir übrig, wenn du deine Kunst für 6,95 € verschleuderst? 1 €? 50 Cent? Und dann muss es noch verschickt werden. Du müsstest tausend Poster verkaufen, um etwas zu verdienen. Aber die Leute machen nicht dein Marketing. Der Print-on-Demand-Dienstleister übernimmt nur Produktion und Versand. Die Vermarktung liegt bei dir.
Und ja, ich fotografiere auch und würde gerne das eine oder andere Bild auf einem schönen Untergrund verkaufen. Aber Fotografie ist schwerer zu verkaufen als Malerei. Und das Geld sitzt gerade ohnehin nicht locker. Also: Wenn ich es an den Mann bringen will, muss ich über Marketing nachdenken. Wem biete ich es an? Wie biete ich es an? Wie kriege ich Reichweite?
Kundenpsychologie: Druckereien und unrealistische Lieferzeiten
Druckprodukt bestellt. Angesagtes Lieferdatum: 11.08. Natürlich kann man sich nicht drauf verlassen – es sei denn, man zahlt für Expresslieferung. Aber selbst die ist nicht immer pünktlich. Mein Produkt sollte am 11.08. da sein. Bestellt am 03.08. – also 10 Werktage später. Hätten sie gleich gesagt: „10 Werktage“, wäre das für mich in Ordnung gewesen. Aber so ein unrealistisches Datum reinzuschreiben und es dann nicht zu halten? Das ist nicht schön.
Und dann die Stempel-Bestellung: Eine Woche später nachgefragt, wo die Stempel bleiben. Antwort: Der Rohwaren-Lieferant kann nicht liefern – weil Sommerzeit ist. Leute, im Sommer ist Urlaubszeit, da kann keiner. Und dazwischen will keiner. Aber wenn ich als B2B-Kunde die Stempel für einen Auftrag brauche, dann will ich wissen: „Rohware nicht lieferbar – gibt es Alternativen?“ Am Ende habe ich statt eines roten einen schwarzen Stempel genommen. Dem Kunden war es egal. Ich fand den roten schön. So ist das Leben.
Fazit: Es gibt keinen einfachen Weg
Lasst euch nichts einreden: Auf eurem Weg hilft euch keiner. Irgendwann wird nichts einfach. Auch KI wird euch das Marketing nicht abnehmen. Es bleibt ein Prozess, über den ihr nachdenken müsst: Zielgruppen, Reichweite, Vermarktung.
Outro
So, meine Lieben, das war Folge 08. Ich weiß noch nicht, wie ich sie nennen werde – vielleicht „Facebook-Gruppenhölle und Schippenverkäufer“. Alles bis Folge 87 oder 265 ist noch Probe. Ich freue mich, wenn ihr zuhört, mir in den sozialen Netzwerken folgt oder auf meine Webseite f-g-w.de geht. Der Podcast ist zu hören auf Spotify, YouTube und allen anderen Kanälen. Grüße gehen raus an die zwei Hörer bei Apple Podcasts – ich freue mich über meine minimal, aber stabil wachsende Zuhörerschaft bei Spotify.
Bis zur nächsten Folge – euer Jens Scheider, Experte für Drucksachen, Werbeleistungen und Fotografie.


